Unser Ausflug in die Welt der Sagen

8.10.2015, von Anne Pritchard-Smith (Realgymnasium)

323-kleinEs war ein regnerischer Tag. Am 7.10.2015 um 15:15 trafen wir uns vor dem Internat, um einen Ausflug in die Welt der Sagen zu machen. Wir, das sind die erste Klasse der Wiener Sängerknaben. Unser Klassenvorstand Anne Pritchard-Smith (Deutschlehrerin) hat den Ausflug und einen Führer organisiert. Er hieß Rupert Winkler und kann wirklich sehr spannend erzählen.
Wir sind in den 1 Bezirk gegangen. Herr Winkler hat uns drei Sagen erzählt: Zuerst gingen wir zum Griechenbeisl und hörten die Sage vom lieben Augustin. In der Schönlaterngasse erzählte Herr Winkler die Sage vom Basilisk und beim Stephansdom hörten wir über den Zahnwehherrgott. Wir haben auch gesehen, wo Franz Schubert gewohnt hat, als er bei den Sängerknaben war! Die Tour war spannend und lustig zugleich, (obwohl es ein bisschen regnete). Wir hoffen, wir machen noch so einen Ausflug!
Alex, Christoph
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Der Zahnwehherrgott
Eines Tages gingen drei betrunkene Freunde von einem Fest zurück nach Hause. Als sie auf ihrem Weg am Stephansdom vorbei kamen, sahen sie eine Statue von Jesus Christus. Der Kopf dieser Statue war seitlich geneigt. Sie trug ein Kopftuch, in das eine fromme Frau Blumen hineingesteckt hatte. Einer der drei sprach: „Die Statue sieht ja aus, als hätte Jesus Zahnweh.“ Sie verspotteten die Statue und machten sich lustig über Jesus.
Am nächsten Morgen wachten sie erschrocken auf, denn sie hatten fürchterliches Zahnweh. Die drei beschlossen zum Zahnarzt zu gehen. Doch sie hatten keine schlechten Zähne, sie hatten sogar strahlend weiße Zähne. In diesem Moment fiel ihnen ein, dass sie die Statue am Stephansdom verspottet hatten. Eilig machten sie sich auf den Weg. Sie knieten vor Jesus und beteten ohne Pause. Am nächsten Morgen hörten die Zahnschmerzen auf. Und seit diesem Tag verspotteten sie sie nie wieder eine heilige Statue.
Basti, Satoshi

Der Basilisk0.1 125-klein
Eines Tages lebten in einem Gasthaus ein Wirt und seine Tochter. Eines Tages fand der Wirt einen versteinerten Gast. Da sagte ein Mann: „Ich habe gesehen, wie ein Basilisk einen Gast versteinert hat.“ Als die Leute dies untersuchten, fanden sie Spuren von einem Basilisken im Hof. Diese führten zum Brunnen in der Mitte vom Hof. Aus diesem Brunnen stiegen giftige Dämpfe auf. Plötzlich kam ein Junge und sagte: „Ich möchte den Basilisken töten!“ Der Wirt hielt das für eine gute Idee. Der Junge kam mit einem Spiegel wieder und sagte: „Ich bin bereit!“ Da schlich er in der Nacht leise in den Hof und wartete auf den Basilisken. Nach einiger Zeit kam der Basilisk und der Junge sprang aus seinem Versteck und hielt den Spiegel dem Basilisken vor. Als der Basilisk seine tödlichen Augen auf den Spiegel richtete, starb er selber. Der Junge erzählte dies dem Wirten und zur Belohnung bekam er die Hand seiner Tochter. Bald fand die Hochzeit statt. Diese Sage hat wahrscheinlich einen wahren Kern! Es war so, dass es in Wien noch keine Kanalisation gab und deswegen manchmal die Brunnen stanken! Von dieser Sage gibt es viele Varianten; wir haben hier eine erzählt

Der liebe Augustin
Eines Abends, zur Zeit als die Pest in Wien herrschte, ging der liebe Augustin ins Wirtshaus und trank zu viel Wein. Auf dem Heimweg fiel er ohnmächtig auf die Straße. Die Leute dachten, er hätte die Pest und warfen ihn in die Pestgrube im heutigen 7. Bezirk. 316-kleinDas war damals am Rande der Stadt! Am Morgen wachte er auf und sah die vielen Pestleichen um sich herum. Er hatte große Angst und versuchte aus der Grube zu klettern. Schließlich wurde er an seinem Gesang erkannt und herausgezogen. Was ziemlich unglaublich ist, ist, dass er nicht angesteckt wurde.
Lucky, Yutaro

Auf dem Weg zum Griechenbeisl

Die heutigen Sängerknaben vor dem Konvikt ihres Kollegen Franz Schubert
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Alle Fotos: Lorenzo und Valentin