Faszinierend elektrisierend

29.3.2012, von Birgit Lichtl (Allgemein)

Die Schüler der 4. Klasse besuchten am 27. März 2012 die Elektropathologische Ausstellung im Narrenturm.
Der Narrenturm wurde 1784 unter Kaiser Joseph II errichtet. Das Gebäude gleicht einem überdimensionalen Mondkalender. Es besitzt 5 Stöcke, die den Elementen „Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther“ entsprechen. Pro Stockwerk gibt es 28 Zellen, was ungefähr den Tagen einer Umkreisung des Mondes um die Erde entspricht.
Die Elektropathologie geht auf den österreichischen Arzt Stefan Jellinek zurück, der 1899 mit seinen Studien begann und bald darauf sein Werk „Theorie vom elektrischen Scheintod“ veröffentlichte. Entgegen der damaligen Meinung gelang es ihm Menschen nach Elektrounfällen wiederzubeleben. Er trug viel zur Vermeidung und Heilung von elektrischen Unfällen bei.
Die Ausstellung präsentierte verschiedene Feuchtpräparate, die Eintritts- und Austrittsmale von elektrischen Unfällen zeigten. Besonders schockierend für die Schüler waren Feuchtpräparate des männlichen Geschlechtsteils. Die Männer erlitten einen Stromschlag, als sie von einer Brücke urinierten unter der sich zu ihrem Leidwesen Hochstromleitungen befanden. Auch ein am Handgelenk durchtrennter Unterarm machte uns sehr nachdenklich, gehörte dieser doch einem Mann, der bei einer kleinen Reparatur mit seiner Uhr die beiden Pole der Autobatterie verband was zu sehr hohen Strömen und damit sehr großer Hitze führte.
Ausgestattet mit gutem medizinischem Grundwissen erhielten die Schüler anschauliche Bestätigungen der gelernten Inhalte. Die Ausstellung schaffte bei den Burschen mehr Bewusstsein für die Gefährlichkeit von Hoch- und Niederspannungsunfällen und machte ihnen bewusst wie „lebenswichtig“ es sein kann im Physik- und Biologieunterricht aufzupassen.