Weltenbilder-Bilderwelten

6.12.2011, von Sabine Mühlberger (Allgemein)

Am 6.12.2011 machte die 6.Klasse im Rahmen des Geschichts- und Geografieunterrichts eine fächerübergreifende Exkursion in den Asylgerichtshof, um dort eine Ausstellung von Dr. Samsinger über „Weltenbilder-Bilderwelten“ zu besuchen.
Zuerst konnten wir einen Blick in einen Gerichtssaal werfen: dort finden Asylrechtsverhandlungen statt. Es sind ungefähr 30 Länder zu judizieren, besonderes Augenmerk liegt dabei am Balkanbereich. Wird ein Asylantrag am Bundesasylamt abgelehnt, so kann man Beschwerde beim Asylgerichtshof einlegen. Hier wird der Antrag in letzter Instanz überprüft.
Anschließend ging es zur eigentlichen Ausstellung, in der es um Weltenbilder um 1900 ging, die mit drei „Augenpaaren“ gesehen werden: den Augen eines Schülers, eines Zeitungslesers und eines Reisenden.
Die Ausstellungstücke setzten sich aus Schulwandtafeln, Reiseberichten, Zeitungsausschnitten, Ansichtskarten, Prospekten, Fotografien, Reisemitbringsel, etc. zusammen.
Der Schwerpunkt der Ausstellung lag dabei auf den Bildern, die bei Betrachtung der Ausstellungsstücke, entstehen. Diese bilden sich aufgrund eines vermeintlichen Wissens über fremde Kulturen und basieren nur selten auf eigenen Erfahrungen. Dabei werden gewisse Eigenschaften den Menschen bestimmter Herkunft und Nationalität zugeschreiben. So entstehen und entstanden verzerrte Fremdbilder, von denen Bevölkerungsgruppen ihre Herrschafts- und Besitzansprüche ableiteten – wie zum Beispiel im Kolonialismus.
„Weil keiner Seinesgleichen ausplündern, unterjochen und töten kann, ohne ein Verbrechen zu begehen, erheben sie es zum Prinzip, dass der Kolonialsisierte kein Mensch ist.“ (Jean Paul Sartre, Kolonialismus und Neokolonialismus, 1964, Zitat Ausstellungsprospekt)
Die vielfältigen Eindrücke der Ausstellung und des Vortrags schärften unseren Blick auf die eigene Wahrnehmung vom Fremden und regte zu einer kritischen Reflexion an.