Gregorianischer Choral im Stift Heiligenkreuz

15.6.2011, von Dagmar Glüxam (Allgemein)

Im Rahmen des Fachs „Stilkunde und Aufführungspraxis“ unternahm die 5. Klasse am 15. Juni 2011 mit Univ. Doz. Dr. Dagmar Glüxam und Mag. Judith Ertl einen Besuch des Stiftes Heiligenkreuz mit dem Ziel, mehr über die Aufführungspraxis des Gregorianischen Chorals zu erfahren. Die Mönche des Stiftes stellen dabei sozusagen die beste Adresse dar, stand doch ihre CD mit den Gregorianischen Choral wochenlang auf den Charts.
Mit zwei Bussen der Wiener Sängerknaben und einem Privatauto machten sich die SchülerInnen und Lehrpersonen nach Heiligenkreuz auf, wo sie bereits erwartet und herzlich empfangen wurden. Nach einer hoch interessanten Führung im Stift und einer kurzen theoretischen Einführung in den Gregorianischen Choral besuchten die Schüler und Schülerinnen auch den Turm des Stiftes, in dem ein Glockenspiel installiert ist. Es handelt sich um das zweitgrößte Glockenspiel Österreichs, auf dem im Sommer immer wieder Konzerte mit bedeutenden ausländischen Glockenspielern veranstaltet werden. Ein Mönch erklärte genau, wie dieses spezielle Musikinstrument funktioniert und veranschaulichte seine Ausführungen dann mittels einiger Musikstücke. Danach folgte ein Workshop, während dessen zunächst Grundlegendes zu der Interpretation des Gregorianischen Chorals und der sog. quadratischen Notation gesagt wurde (es gibt nur vier Notenlinien und viereckige Noten!). Im Anschluss daran durften die Schüler und Schülerinnen selbst singen. Mit riesigen Chorbüchern ausgestattet versuchten die Jugendlichen, unter einer genauen Anleitung eines der Mönche zuerst ganz einfache, dann auch kompliziertere Gesänge zu singen. Es war erstaunlich zu hören, wie schnell die Schüler und Schülerinnen die Anweisungen des Mönchs umsetzen konnten und wie rasch sich das anfänglich unsichere Singen in einen „echten“ religiösen Gesang verwandelte. Um 18:00 folgten die Vespern, während der die Schüler die Gelegenheit hatten, den gregorianischen Choral in der richtigen Klosterpraxis kennenzulernen. Es war beinahe magisch, die Mönche nicht nur von einer CD, sondern live zu hören. Die wunderbare Architektur und spirituelle Atmosphäre des Klosters, die herzlichen Mönche, das Glockenspiel, das Singen des Chorals und die Vespern, das alles waren tiefen Eindrücke, die sicherlich unvergesslich bleiben. Danke dafür!