Grausame Zeugnisse im Foltermuseum

6.4.2011, von Angela Brychta (Allgemein)

Nachdem sich die Schüler der dritten Klasse im Geschichtsunterricht mit dem Themengebiet Mittelalter auseinander gesetzt hatten, machten sie sich am Donnerstag, den 31. März auf in das Museum für mittelalterliche Rechtsgeschichte – das Foltermuseum. Wie uns bereits der Film von Amnesty International zeigte, den wir vor Ansicht der Ausstellung sahen, liegt hier kein Sachverhalt vor, das bereits abgeschlossen in unserer Vergangenheit liegt. Wir erleben Rechtsgeschichte in einer Zeit, in der es in Kambodscha eine ganze Stadt gibt, wo verarmte Menschen gesammelt werden, um dort zu verenden.

Der Schutzbunker aus dem 2. Weltkrieg verbunden mit den Sirenenklängen eines Bombenangriffs bildet den ersten schauerlichen Eindruck der Ausstellung. Im Maschinenraum wurden die Belüftung, die Entlüftung und die Heizung gesteuert. Fielen die Maschinen aus gab es die Alternative, für die berechneten 24 Liter Luft pro Minute und Mensch eine Kurbel zu bedienen.
Unser Rundgang begann bei Joseph II und Maria Theresia, die als erste ein Buch verfasste, in dem festgelegt war, welche Foltermethoden eingesetzt werden durften und welche nicht. Gab es doch bei einer Gerichtsverhandlung, bei der es nicht selbstverständlich war, die Anklage gegen die eigene Person zu kennen, weder Verteidiger noch Geschworene. Weiter ging es zur Streckleiter, einer veränderten Form der Streckbank sowie zu Daumenschrauben und Folterstuhl. In Wien war vor allem auch das „Bäckerschupfen“ eine beliebte Methode der Unterhaltung. Beliebt aber folgenschwer, bedeutete dies schließlich das gesellschaftliche Aus für den betroffenen Bäcker und seine Familie. Im Bereich der Kunst diente die Schandflöte dazu Musikern, deren Kunst nicht geschätzt wurde, eine Lehre zu erteilen. Andere Formen der zur Schau Stellung waren der Pranger, die Eiserne Jungfrau oder die Mundbirne, die in den Mund eingeführt, diesen mittels eines Spannmechanismus weiten konnten. Dargestellt war ebenso die Form der Wasserfolter, wo der Magen des Gepeinigten immer mehr mit einer Flüssigkeit gefüllt wird. Allerdings war dies nicht sehr beliebt, da schlecht das Überleben des Gefolterten sichergestellt werden konnte.
Ein Bereich der Ausstellung befasste sich mit der Hexenverfolgung, die wohl hauptsächlich der Willkür unterlag. Zweifelsohne eine gute Gelegenheit um unbeliebte Nachbarn loszuwerden. Die Behauptung genügte um etwaige Hexentests durchzuführen bzw. die gesellschaftliche Position völlig zu zerstören. Einen sicheren doch schwierigen Beruf hatte zu jener Zeit auch ein Henker. Diese Position wurde vererbt und bedeutete gesellschaftliche Ausgrenzung. Die Familie des Henkers wohnte vor der Stadt. Die nach dem französischen Arzt Joseph-Ignace Guillotin benannte Guillotine wurde entwickelt, um einen schnelle Tod zu ermöglichen, anders als beim Urteil gerädert zu werden. Eine Methode, bei der das Opfer noch einige Stunden lebte, bevor es aufgrund seiner schwerwiegenden Verletzungen stirbt.
Gefangen und interessiert fragend waren die Schüler betroffen von den Ideen, die entwickelt worden waren, um andere Menschen zu quälen. Dankbar für unsere Situation und die Zeit in die wir geboren wurden, kehrten wir in die Schule zurück.