Firmung 2011

27.4.2011, von Rupert Winkler (Allgemein)

Für 17 aktive und ehemalige Sängerknaben war Samstag, der 9. April, ein besonderer Festtag. In weißer Galauniform hatten sie sich mit ihren Firmpaten, Angehörigen und Freunden in der Hofburgkapelle versammelt, um innerhalb eines feierlichen Gottesdienstes das Sakrament der heiligen Firmung zu empfangen. Firmspender war in diesem Jahr der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen. Bemerkenswert dabei ist, dass schon vor 31 Jahren (1980) ein Gesandter des Papstes – Nuntius Dr.Mario Cagna – Sängerknaben in der Hofburgkapelle die Firmung gespendet hatte.

Die Firmlinge (in alphabetischer Reihenfolge) waren: Christian Albrecht, Florian Auinger, Jakob Bernhard, Johannes Bernhard, Thomas Erhart, Maximilian Florek, Lorenz Galler, Benedikt Klocker, David Kruml, Adam Kürth, Patrick Malik, Florian Pfeiffer, Lukas Reichmann, Kaspar Simonisek, Matej Švec, Friedrich Tuppy und Adrian Zuser. Fünf Firmlinge waren Sprecher für den Bußritus und die Fürbitten, ein Schüler aus dem ORG (Klassenkollege eines Firmlings) wirkte bei der liturgischen Assistenz mit. Musikalisch wurde die Feier vom Schubertchor begleitet. Wie schon seit vielen Jahren üblich, fand auch heuer im Anschluss an die Feier in den Räumen der Hofmusikkapelle eine Agape statt, bei der alle Gelegenheit hatten, mit dem Herrn Nuntius persönlich zu sprechen. Besonders gedankt sei Frau Dir. OSR Elisabeth Ondraschek, die mit ihrem bewährten Team schon seit vielen Jahren in umfangreicher Vorbereitung für eine gelungene Firmfeier sorgt und dem Künstlerischen Leiter, Herrn Gerald Wirth für die musikalische Gestaltung.


Grausame Zeugnisse im Foltermuseum

6.4.2011, von Angela Brychta (Allgemein)

Nachdem sich die Schüler der dritten Klasse im Geschichtsunterricht mit dem Themengebiet Mittelalter auseinander gesetzt hatten, machten sie sich am Donnerstag, den 31. März auf in das Museum für mittelalterliche Rechtsgeschichte – das Foltermuseum. Wie uns bereits der Film von Amnesty International zeigte, den wir vor Ansicht der Ausstellung sahen, liegt hier kein Sachverhalt vor, das bereits abgeschlossen in unserer Vergangenheit liegt. Wir erleben Rechtsgeschichte in einer Zeit, in der es in Kambodscha eine ganze Stadt gibt, wo verarmte Menschen gesammelt werden, um dort zu verenden.

Der Schutzbunker aus dem 2. Weltkrieg verbunden mit den Sirenenklängen eines Bombenangriffs bildet den ersten schauerlichen Eindruck der Ausstellung. Im Maschinenraum wurden die Belüftung, die Entlüftung und die Heizung gesteuert. Fielen die Maschinen aus gab es die Alternative, für die berechneten 24 Liter Luft pro Minute und Mensch eine Kurbel zu bedienen.
Unser Rundgang begann bei Joseph II und Maria Theresia, die als erste ein Buch verfasste, in dem festgelegt war, welche Foltermethoden eingesetzt werden durften und welche nicht. Gab es doch bei einer Gerichtsverhandlung, bei der es nicht selbstverständlich war, die Anklage gegen die eigene Person zu kennen, weder Verteidiger noch Geschworene. Weiter ging es zur Streckleiter, einer veränderten Form der Streckbank sowie zu Daumenschrauben und Folterstuhl. In Wien war vor allem auch das „Bäckerschupfen“ eine beliebte Methode der Unterhaltung. Beliebt aber folgenschwer, bedeutete dies schließlich das gesellschaftliche Aus für den betroffenen Bäcker und seine Familie. Im Bereich der Kunst diente die Schandflöte dazu Musikern, deren Kunst nicht geschätzt wurde, eine Lehre zu erteilen. Andere Formen der zur Schau Stellung waren der Pranger, die Eiserne Jungfrau oder die Mundbirne, die in den Mund eingeführt, diesen mittels eines Spannmechanismus weiten konnten. Dargestellt war ebenso die Form der Wasserfolter, wo der Magen des Gepeinigten immer mehr mit einer Flüssigkeit gefüllt wird. Allerdings war dies nicht sehr beliebt, da schlecht das Überleben des Gefolterten sichergestellt werden konnte.
Ein Bereich der Ausstellung befasste sich mit der Hexenverfolgung, die wohl hauptsächlich der Willkür unterlag. Zweifelsohne eine gute Gelegenheit um unbeliebte Nachbarn loszuwerden. Die Behauptung genügte um etwaige Hexentests durchzuführen bzw. die gesellschaftliche Position völlig zu zerstören. Einen sicheren doch schwierigen Beruf hatte zu jener Zeit auch ein Henker. Diese Position wurde vererbt und bedeutete gesellschaftliche Ausgrenzung. Die Familie des Henkers wohnte vor der Stadt. Die nach dem französischen Arzt Joseph-Ignace Guillotin benannte Guillotine wurde entwickelt, um einen schnelle Tod zu ermöglichen, anders als beim Urteil gerädert zu werden. Eine Methode, bei der das Opfer noch einige Stunden lebte, bevor es aufgrund seiner schwerwiegenden Verletzungen stirbt.
Gefangen und interessiert fragend waren die Schüler betroffen von den Ideen, die entwickelt worden waren, um andere Menschen zu quälen. Dankbar für unsere Situation und die Zeit in die wir geboren wurden, kehrten wir in die Schule zurück.


Dialog im Dunkeln

4.4.2011, von Angela Brychta (Allgemein)

Am Mittwoch, den 30. März 2011 tauchten die Schüler der vierten Klasse in eine dem Alltag völlig fremde Welt der Wahrnehmung ein. Als Abschluss des Kapitels „Auge“ in Biologie und des Kapitels „Optik“ in Physik besuchten sie gemeinsam mit den Professorinnen Lichtl und Brychta die ausschließlich von Blinden geführte Ausstellung „Dialog im Dunkeln“.
Zunächst erhielten wir eine Einschulung in der Verwendung des Blindenstocks, um uns in den komplett abgedunkelten Räumen zurechtfinden zu können. An einer Wand entlang tastend unternahmen wir schließlich einen Erkundungsgang, beispielsweise über einen Fluss, eine Wiese, durch einen Wald, alles jeweils unseren übrigen intakten Sinnen folgend. Da kam es schon vor, dass jemand das eine oder andere Mal gegen einen Strauch oder Baum lief. Doch die absolut routinierten Mitarbeiter, die uns durch die Landschaften führten, beschrieben genau, worauf wir achten konnten und worauf wir uns konzentrieren sollten. Nach einem Spaziergang durch den Wald kamen wir von Meeresrauschen begleitet an einen Strand. Bald war auch unser Geruchssinn an einem afrikanischen Marktstand gefordert.
In der Stadt angekommen, überquerten wir eine Straße, liefen nahezu nicht gegen die parkenden Autos und betraten ein Geschäft, wo wir verschiedenste Gegenstände ertasteten, alles alltägliche, selbstverständliche Handlungen, die plötzlich wesentlich Zeit und Geschick erforderten.
Weiter ging es in der Wiener Kanalisation mit einer Fahrt auf einem Schnellboot. Gottseidank gab es genügend Sitzplätze. Als Erholung besuchten wir zum Abschluss die Bar, in der wir uns mit Erfrischungsgetränken gestärkt mit dem Barkeeper unterhielten und herausfanden, wie er denn die verschiedenen Geldmünzen und –scheine voneinander unterscheiden kann.
Es war für alle eine Herausforderung, eine Frage des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten. Die Erkenntnis, sich darauf verlassen zu können, dass neben dem Sehen auch die übrigen Sinne funktionieren, erlebten wir am eigenen Körper. Wir lernten mit der Dunkelheit besser umzugehen und wie viel zusätzliche Sinneseindrücke eigentlich im Alltag auf uns einwirken. Es ist verwirrend, zu viele Stimmen oder Geräusche zu hören, aber man lernt mit der Zeit, sie besser voneinander unterscheiden zu können.
Es war ein faszinierendes und beeindruckendes Erlebnis, das uns die Facetten unserer Wahrnehmung deutlich gemacht hat. Mit viel Respekt vor sehbehinderten Menschen und von Dankbarkeit erfüllt, kehrten wir wieder in den Augarten zurück.