Günther G. Bauer: Auf den Spuren Mozarts

26.3.2011, von Angela Brychta (Allgemein)

Am Donnerstag, den 24. März 2011 fanden sich die 5A des ORG und die vierte Klasse des RG im Salon ein, um den Ausführungen von Herrn Em. Univ. Prof. HR Dr. phil. Günther Georg Bauer über sein vor kurzem veröffentlichtes Buch: „Mozart – Geld, Ruhm und Ehre“ zu folgen. Bauer, als begeisterter Mozartforscher, der selbst als Rektor am Mozarteum tätig war, bewies in der Beantwortung der durch die Schülerinnen und Schüler gestellten Fragen die sorgfältige Recherche, die auch durch seine immerhin etwa 120 Quellenangaben deutlich wird.
Bauer hat sich vor allem mit der Frage auseinander gesetzt, ob Mozart nun arm war bzw. welchen Vermögensstand er hatte und reichte zu Beginn seines Vortrags drei Guldenstücke (zwei davon aus Salzburg) in die Runde, als er deren damaligen Wert erklärte. Es wurde klar, dass Mozart durchaus wohlhabend war, jedoch durch sehr große Aufwendungen wesentlich höhere Ausgaben als Einnahmen hatte, so kosteten beispielsweise seine Notenblätter für Die Hochzeit des Figaro wesentlich mehr als die Einnahmen erbrachten. Sein roter Kapellmeisterrock war extra mit Goldfäden verziert, von welchen jeder etwa 80 Gulden (heute rund 2400€) wert war. Seine Familie wollte diesen auch verbrennen, um die wertvollen Fäden wieder verkaufen zu können. Er lebte stets in einer Herrenwohnung mit Personal für sich und seine Familie, wofür natürlich auch ein großer Betrag an Heizkosten zu zahlen war. Die teuersten Möbel seines Domizils waren sein Fortepiano, sein Fortepiano mit Pedal und sein Billardtisch. Kompositionen bis tief in die Nacht an seinen Fortepianos waren wohl auch der Grund dafür, dass er zu seiner Zeit in Wien immerhin dreizehn Mal umziehen musste. Mozart aß gerne gut, genoss Champagner und verbrachte fast jeden Abend im Theater oder in der „Hetz“, was ihm insgesamt einen Schlafkonsum von vier bis fünf Stunden pro Nacht bescherte.
Kurzum, Mozart war ein kleiner, nicht allzu gutaussehender Mann, der das Geld verlebte. Neben der Frage nach der Notwendigkeit einer Perücke, die als Antwort die Mode der damaligen Zeit fand, interessierte die SchülerInnen vor allem aber auch die Vorgehensweise, wie man zu solch konkreten Informationen kommt. Bauer gab die Möglichkeit von Überlieferungen durch Rechnungen, Briefe oder andere Dokumente an. Mozarts Tod bleibt ungeklärt. Der Umstand, dass seine vermutlich noch begabtere Schwester Anna Maria (Nannerl) in jenen Zeiten als Frau keinerlei Chancen auf eine Karriere hatte, eine Tatsache. Mozart selbst wäre ohne die Förderung seines Vaters nie zu solch großem Ruhm gelangt.