Das Gewaltpräventionsprojekt – aus der Sicht der Eltern

22.2.2010, von Markus Blauensteiner (Allgemein)

Am 9.2. 2010 abends hat der Eltern-Workshop des Projektes GEWALTPRÄVENTION im Salon der Wiener Sängerknaben stattgefunden.Dieses Projekt, das im heurigen Schuljahr stattfindet, wurde dankenswerter Weise durch die Direktion der Schule initiiert und wird durch den Elternverein gesponsert. Das Projekt besteht aus einem Lehrer/Erzieher Workshop, einem Eltern Workshop und den Workshops für die Burschen in den Chören.Es wird abgehalten von der MÄNNERBERATUNG und der Kinder-und Jugendanwaltschaft Wien.Aus Eltern Sicht ist dies eine sehr begrüßenswerte Initiative, die absolut dem Trend der Zeit entspricht und die zeigt, dass sich die Schule der Wiener Sängerknaben nicht den aktuellen Problemen unserer Zeit verschließt.

An diesem Abend standen uns Eltern Frau DSA Petra Höflinger von der Kinder und Jugendanwaltschaft, Herr Mag. Manfred Buchner und Herr DSA Bernd Kühbauer, beide von der Männerberatung für unsere Fragen zur Verfügung. Nach einer allgemeinen Runde zum Thema Gewaltprävention, wo wir hörten, dass Österreich auf Platz 2 in Sachen Mobbing liegt,wo wir unter anderem auch 2 ganz interessante Datümer erfuhren, nämlich:

  • 1974: Gewalt in Schulen wird per Gesetz verboten und
  • 1989: Gewalt von Eltern ihren Kindern gegenüber wird per Gesetz verboten,

kamen wir sehr bald zu dem Punkt, dass unsere Burschen hier am Haus am ehesten die psychische Gewalt in Form von Mobbing durch ihre Klassen/ noch eher durch ihre Chor Kollegen erleben.Das mag durchaus mit der altersgemischten Hierarchiestruktur in den Chören zusammenhängen und natürlich mit der Positionierung innerhalb dieser Gruppe bzw. in mancher Hinsicht auch außerhalb der Gruppe, nämlich als Solist. Wir Eltern kamen auch zur Strukturdiskussion generell, da es im Hause der Wiener Sängerknaben für uns 3 Säulen gibt:

  1. Schule mit den Lehrern
  2. Internat mit den Erziehern und im Tourneefall: Erzieher + Kapellmeister
  3. Chor mit dem Kapellmeister

Nachdem aus allen Chören Eltern vertreten waren, war es durchaus interessant zu sehen, dass ganz viele Kleinigkeiten in den Chören durch Erzieher und Kapellmeister anders gehandhabt werden, je nach den handelnden Personen.Erzieher + Kapellmeister haben aufgrund der vielen Zeit, die sie mit den Burschen verbringen, den meisten Einfluss im Hause WSK auf die Entwicklung der Knaben und gleichzeitig auch die größte Möglichkeit, Probleme zu erkennen.Natürlich haben wir auch über die Vorbildfunktionen in Sachen Gewaltprävention diskutiert und waren uns einig, dass alle Erwachsenen, die die Kinder umgeben, sprich: Eltern, Erzieher, Kapellmeister und Lehrer ganz entscheidende Impulse durch ihre eigenen Aktionen, Reaktionen + Wortwahl in Sachen Gewaltprävention setzen. Es wurden auch konkrete Elternfragen behandelt, in Sachen Unterstützung der Burschen, wenn sie ein “Opfer” sind oder bemerken, dass es Mobbing im Chor gibt.

Wie verhalte ich mich als Eltern korrekt, wielange kann ich das Kind versuchen lassen, die Probleme alleine zu lösen, wann wende ich mich an Erzieher & Lehrer, wie stärke ich mein Kind, damit es Unrecht aufzeigt und nicht weiter schweigt… ?

Alles in allem waren die geplanten 2h für diesen Workshop für uns Eltern fast zu kurz ; die Diskussion wurden so lebhaft und engagiert geführt, dass wir die Zeit komplett übersahen. Wir Eltern waren sehr froh über diese Initiative der Schule, sind alle schon sehr gespannt, was die Workshops den Burschen bringen werden und hoffen sehr stark, dass sich so ein Projekt in kommenden Schuljahren auch wiederholen lässt.

U.Pfeiffer, EV-Obfrau