Spurensuche: „Das jüdische Wien“

18.12.2008, von Sabine Mühlberger (Allgemein)

 

Am Dienstag, den 16.12.2008 begaben sich die Schüler der vierten Klasse auf Spurensuche durch den ersten und zweiten Bezirk. Die erste Etappe bildete der “Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt”. Wir gingen über die Große Pfarrgasse, Leopoldsgasse, den Karmeliterplatz zur Kleinen Sperlgasse. Dort befand sich ein Sammellager, von dem aus 45.000 Juden deportiert wurden. Entlang der Straßen fanden wir immer wieder Gedenktafeln und Erinnerungssteine für Opfer des Holocausts. Jeder eingelassene Stein steht symbolisch für eine von hier vertrieben, bzw. ermordete Person.

Anschließend ging es über die Salztorbrücke zum Morzinplatz. Hier wurde am 11. April 1951 ein Gedenkstein für die Gestapo-Opfer errichtet. Später (1985) wurde ein neues Mahnmal – eine Bronzefigur und ein Block aus Mauthausener Granit “ unter dem Motto “Niemals vergessen” enthüllt.

Der Weg führte weiter in die Seitenstettengasse zur Synagoge. Diese wurde 1825/26 von Josef Kornhäusel, dem bedeutendsten Architekten des Wiener Biedermeier, erbaut. Die Synagoge ist in einen Wohnblock eingepasst und überstand als einzige unter Wiens 94 jüdischen Synagogen und Bethäusern die „Reichskristallnacht“ (9./10. November 1938) unversehrt.

Zum Abschluss besuchten wir noch den Judenplatz. Hier befindet sich Rachel Whitereads Mahnmal. Auch hier fanden wir Bodenfliesen mit Namen jener Orte, an denen österreichische Juden während der NS-Herrschaft zu Tode kamen.