Jugendstil in der Wiener Ringstraße “ Geometrisches Zeichnen im Stadtpark

9.5.2008, von Sabine Mühlberger (Allgemein)

Die Sonnenstrahlen dieser Jahreszeit ausnützend unternahmen Schüler der dritten und vierten Klasse am 6.5.2008 gemeinsam mit den Lehrerinnen Angela Brychta und Sabine Mühlberger einen Stadtrundgang auf den Spuren des Jugendstils. Dieser führte uns zunächst vorbei an der ältesten, 1909-1910 erbauten, Volkssternwarte Wiens, der Urania, die 2001-2003 generalsaniert wurde und jetzt mit einer neuen Kuppel und einem automatischen Spiegelteleskop ausgestattet ist.

Im Anschluss daran folgten wir dem Lauf der etwa 4km langen und 57m breiten Wiener Ringstraße bis zum Stadtpark. Die Ringstraße wurde als Prachtstraße errichtet, die nur repräsentativen Zwecken diente. Auf Anordnung von Kaiser Franz Joseph I. aus dem Jahre 1857 wurde die zuvor dort befindliche alte Stadtmauer und die Basteien “geschliffen”, um eine Modernisierung der Stadt zu ermöglichen.

Der nächste Halt war die von Otto Wagner im Jugendstil erbaute Postsparkasse. Revolutionär dabei waren nicht nur die Marmorverkleidungen und Glaskonstruktionen im Inneren des Gebäudes, sondern auch der verwendete Stahlbeton und das Aluminium. Otto Wagner sah im Jugendstil einen Nutzstil nach dem Motto “Die Notwendigkeit alleine ist die Herrin der Kunst”.

Weiter ging es danach zum ehemaligen Kriegsministerium, das im Barockhistorismus errichtet wurde. Ludwig Baumann, der Lieblingsarchitekt vom Kaiser baute dieses Gebäude in Anlehnung an die glanzvolle Barockzeit. Besonders der 40 Tonnen schwere, symmetrische Doppeladler an der Fassade mit einer Flügelspannweite von 16m symbolisiert dabei die Macht der Donaumonarchie.

Wir betrachteten auch das Reiterdenkmal von Johann Joseph Wenzel Graf von Radetzky (1766-1858). Die letzte Station der Schüler stellte dann die erste Parkanlage Wiens für das “gemeine Volk”, der Wiener Stadtpark dar, der mit zahlreichen Denkmälern und Skulpturen wie jene von Johann Strauss Sohn, Franz Schubert, Franz Lehar, Anton Bruckner und einigen anderen geziert wird. Hier machten sich die Schüler der dritten Klasse nun daran, Schrägrisse mit freier Hand zu konstruieren, wobei sie besonderes Augenmerk auf die Schattierungen derselben legten. Die Schüler der vierten Klasse entwarfen dagegen perspektivische Freihandzeichnungen verschiedener fluchtender Motive.

Nach diesem Einblick in die Elemente des Jugendstils in Wien und dem konstruktiven zeichnerischen Schaffen endete unser Rundgang wieder im Augartenpalais.