INFORMATION ZUM THEMA “LEGASTHENIE”

16.10.2007, von Melanie Matzer (Allgemein)

Am 11. Oktober 2007 fand in der Schulbibliothek des Gymnasiums der Wiener Sängerknaben eine Informationsveranstaltung zum Thema “Legasthenie“ statt.

Nach der allgemeinen Begrüßung inszenierte die Legasthenietrainerin Frau Elda MOHR, die bei den WSK legasthene Schüler betreut, ein kurzes Rechtschreib-Spiel, das den zahlreich erschienen Eltern ermöglichte, das Phänomen “Legasthenie“ nachzuempfinden.

Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr. Seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens. (Astrid Kopp-Duller)

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Ursachen und Anzeichen der Teilleistungsschwäche wurden im anschließenden Vortrag von Frau Mohr beleuchtet:

Grundsätzlich spricht man von einer Legasthenie, wenn man Folgendes beobachten kann:

  • – Differenzierte Sinneswahrnehmungen, die das Erlernen des Schreibens, Lesen und Rechnens erschweren
  • – und ständige Unaufmerksamkeit des Kindes bei diesen Tätigkeiten.
  • – Aufgrund unscharfer Sinneswahrnehmungen und der daraus folgenden Unaufmerksamkeit entstehen Wahrnehmungsfehler. Daraus wiederum resultieren z.B. in der Rechtschreibung typische Fehler wie Probleme bei der Groß- und Kleinschreibung, der Dehnung oder Schärfung bzw. werden häufig Buchstaben weggelassen oder vertauscht.

Auch die österreichische Gesetzeslage zur Berücksichtigung der Lese- und Rechtschreibschwäche im Schulunterricht wurde zitiert (siehe Erlass des SSR für Wien, ER II: 127,Zl.240.120/4-1998).

Auf diese Empfehlung aufbauend erklärte Frau Prof. Melanie MATZER das gemeinsam mit Prof. Klaus KÜHBERGER ausgearbeitete Beurteilungssystem im Gegenstand Deutsch im RG der WSK.

Die Schwierigkeit bei der Aufnahme, Verarbeitung und Wiedergabe verbaler Informationen manifestiert sich im schulischen Bereich vor allem in einer erhöhten Fehleranzahl bei schriftlichen Arbeiten. Eine geringere Gewichtung solcher Fehler in der Notengebung berücksichtigt diese Schwäche und unterstützt die Schüler auf ihrem künftigen Ausbildungsweg.

Den Abschluss des Vortrags bildete die Veranschaulichung des an unserer Schule angebotenen Betreuungskonzepts legasthener Schüler durch Frau MOHR.

Die Veranstaltungsteilnehmer holten in der anschließenden Diskussion vor allem konkrete Tipps für die Hilfestellung durch die Familie ein, die vorrangig in der Stärkung des Selbstbewusstseins der betroffenen Kinder liegen sollte.