Exkursion in den Nestroyhof

14.11.2006, von Sabine Mühlberger (Allgemein)

Am 9.November 2006 besuchte die 4.Klasse die Gedenkausstellung “Für das Kind” im Nestroyhof. Es geht dabei um die Kindertransporte nach Großbritannien im Jahre 1938.
Nach der Reichskristallnacht am 9/10 November 1938, in der Nationalsozialisten gegen Juden und jüdische Einrichtungen in Österreich und Deutschland vorgingen, reagierte die englische und amerikanische Öffentlichkeit mit der Initiative Flüchtlingskinder aufzunehmen.
Dies war der Anfang einer unglaublichen Rettungsaktion unter dem Namen “Operation Kindertransport”, durch die 10.000 jüdische Kinder nach Großbritannien in Sicherheit gebracht werden konnten.
Im Rahmen der Präsentation dieser Ausstellung wurde die Zeitzeugin Bertha Leverton eingeladen mit Schülern über ihre Erlebnisse zu sprechen.
Bertha Leverton (geb. Engelhard) wurde im Alter von 15 Jahren im Rahmen der Kindertransporte von München nach London verschickt, wo sie noch heute lebt. Sie berichtete eindrucksvoll von ihren Erlebnissen in einem Sammellager und bei ihrer Pflegefamilie sowie der Rettung ihrer beiden Geschwister und der abenteuerlichen Flucht ihrer Eltern. Bertha Leverton ist in der glücklichen und seltenen Lage gewesen, dass ihre gesamte Familie den Holocaust überlebt hatte, denn 80% der Kinder sahen ihre Eltern nie wieder.
Erst nach vielen Jahren begann Bertha Leverton ihre Geschichte aufzuschreiben und auch die Schicksale ihrer Leidensgenossen zu erforschen. Diese Eindrücke und Erfahrungen hat sie in ihrem Buch “I came alone” (1990) für die Nachwelt niedergeschrieben. Weiters gründete sie ein Büro unter dem Namen “Reunion of the Kindertransport” und organisiert seit 1989 Treffen dieser Kinder in London und Jerusalem. Ihr Schicksal wurde nun auch in den Film “Into the Arms of Strangers” festgehalten.
Zum Schluss möchte ich noch zwei Sätze von Bertha Leverton zitieren, die sie an die Schüler richtete:
“Vergessen kann man nie.”
“Ihr müsst aufpassen, dass es nicht wieder vorkommt, wie es damals war.”