Informationsveranstaltung zum Thema “LEGASTHENIE”

7.2.2006, von Melanie Matzer (Allgemein)

legasthenie2.jpgAm 1. Februar 2006 luden Frau Prof. Mag. Melanie Matzer und die Dipl. Legasthenietrainerin Elda Mohr zu einem Informationsabend zum Thema “Legasthenie” in die Schulbibliothek des Gymnasiums der Wiener Sängerknaben ein.

Nach der Begrüßung durch Dir. Mag. Markus Blauensteiner inszenierte Frau Mohr ein kurzes Spiel, das den zahlreich erschienen Eltern ermöglichte, das Phänomen “Legasthenie” am eigenen Körper zu erfahren.

Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens. (Astrid Kopp-Duller)

Ursachen und Anzeichen der Teilleistungsschwäche wurden beleuchtet:

Grundsätzlich spricht man von einer Legasthenie, wenn man Folgendes beobachten kann:

  • Differenzierte Sinneswahrnehmungen, die das Erlernen des Schreibens, Lesen und Rechnens erschweren,
  • ständige Unaufmerksamkeit des Kindes beim Schreiben, Lesen oder Rechnen.
  • Durch unscharfe Sinneswahrnehmungen und der daraus folgenden Unaufmerksamkeit entstehen Wahrnehmungsfehler. Daraus resultieren z.B. in der Rechtschreibung typische Fehler wie Probleme bei der Groß- und Kleinschreibung, der Dehnung oder Schärfung bzw. werden häufig Buchstaben weggelassen oder vertauscht.Auch die österreichische Gesetzeslage zur Berücksichtigung der Lese- und Rechtschreibschwäche im Schulunterricht wurde zitiert (siehe Erlass des SSR für Wien, ER II: 127,Zl.240.120/4-1998).

Auf diese Empfehlung aufbauend erklärte Frau Mag. Matzer das Beurteilungssystem im Gegenstand Deutsch im RG der WSK. Die Schwierigkeit bei der Aufnahme, Verarbeitung und Wiedergabe verbaler Informationen manifestiert sich im schulischen Bereich vor allem in einer erhöhten Fehleranzahl bei schriftlichen Arbeiten. Eine geringere Gewichtung solcher Fehler in der Notengebung berücksichtigt diese Schwäche und unterstützt die Schüler auf ihrem künftigen Ausbildungsweg.

Den Abschluss des Vortrags bildete die Veranschaulichung des Betreuungskonzepts legasthener Schüler im RG der WSK durch Frau Mohr. Die Veranstaltungsteilnehmer holten in der anschließenden Diskussion vor allem konkrete Tipps für die Hilfestellung durch die Familie ein, die vorrangig in der Stärkung des Selbstbewusstseins der betroffenen Kinder liegen sollte.

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